Caligari – Wie der Horror ins Kino kam

Caligari – Wie der Horror ins Kino kam

Der Expressionismus und das Kino in der Weimarer Republik

Dokumentarfilm 52’ von Rüdiger Suchsland

Am 26. Februar 1920 hatte er im Berliner Marmorhaus Premiere: Robert Wienes weltberühmter Film "Das Cabinet des Doktor Caligari". Er gilt bis heute als Manifest des deutschen Expressionismus. Eine Kinolegende und ein Schlüsselwerk der Epoche, in dem sich wenn nicht alle, so doch sehr viele Tendenzen des Zeitalters und der Erschütterung des gesellschaftlichen Lebens im Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg bündeln. "Das Cabinet des Doktor Caligari" und das Lebensgefühl des Expressionismus stammen aus einer anderen, fernen Zeit und kommen uns doch allzu bekannt vor: Die Spannung zwischen Absolutsetzung des Ichs und dem Aufgehen in einer anonymen Masse, unendliche Langeweile und beklemmende Leere, die mit Plunder überfüllten Stuben einer Wohlstandsgesellschaft und die alltägliche Unsicherheit einer Welt aus Schulden, Inflation und Börsenwahnsinn, die latente Untergangsangst der deutschen Gesellschaft in ihrem Tanz auf dem Vulkan, zwischen hedonistischer Lust und Krise ohne Alternative - dieses explosive Gemisch speiste nach 1905 den Expressionismus. Der Film erzählt diese Epoche des deutschen Expressionismus bis ca. 1925 und ergänzt dies mit Ausblicken aufs weitere Geschehen bis zu Hitlers Machtergreifung 1933. Im Zentrum steht Robert Wienes Film "Das Cabinet des Doktor Caligari". Der Dokumentarfilm umkreist ihn, beginnt mit ihm, und kommt immer wieder auf ihn zurück, zeigt, was auf ihn folgte. In kurzen Exkursen geht immer wieder um spezifische Motive, sowohl der Filme, als auch der anderen Künste der Weimarer Zeit.