Drehstart der dokumentarischen Dramaserie „18 – Krieg der Träume“
13. Februar 2017 - 16:00

Drehstart der dokumentarischen Dramaserie „18 – Krieg der Träume“

Premium-Produktion von ARTE und ARD / Drehbeginn am 3. April 2017

Das Ende des Ersten Weltkriegs am 11. November 1918 ist für die Menschen in Europa der Beginn einer Reise ins Ungewisse. Der Krieg hat die alte Ord-nung der Monarchien und Imperien hinweggefegt. Es beginnt ein intensives, leidenschaftliches und oft gewaltsames Ringen um die beste Utopie. „Clash of Futures“: Demokratie, Kommunismus und Faschismus konkurrieren um die Vorherrschaft. Was das für die Menschen konkret bedeutete, verdeut-licht die dokumentarische Dramaserie „18 – Krieg der Träume“, indem sie die Biografien von vierzehn Frauen und Männern anhand ihrer Tagebücher und Memoiren erzählt. Es sind Menschen, die mit ihren Träumen und Über-zeugungen die Geschichte Europas in all ihrer Widersprüchlichkeit erlebbar machen. Zugleich ergeben sich dabei immer wieder Parallelen zur heutigen politischen Situation, in der Europa und die Demokratie erneut in die Krise zu geraten drohen. Dramaturgie und Erzählweise erfüllen Standards interna-tionaler Serienproduktionen und unterstreichen die Leistungen des öffent-lich-rechtlichen Rundfunks bei der Fortentwicklung dokumentarischer For-mate. Drehstart der für ARTE und ARD von LOOKSfilm und vielen internati-onalen Partnern realisierten mehrteiligen Serienproduktion ist der 3. April 2017, die Drehzeit dauert voraussichtlich bis 16. Juni 2017. Die Ausstrahlung ist für 2018 auf ARTE und  im Ersten geplant.

„18 – Krieg der Träume“ erzählt die Geschichte Europas zwischen 1918 und 1939. Dabei folgt die mehrsprachige Dramaserie dem Schicksal unterschiedlicher Men-schen aus ganz Europa – von Kommunist Hans Beimler über Stummfilmstar Pola Negri und den späteren Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß bis zur österrei-chischen Ärztin Edith Wellspacher oder der französischen Anarchistin May Pic-queray. Zudem gibt es eine Fortsetzung der Geschichte des Kosakenmädchens Marina Yurlova und des Kriegsreporters C.E. Montague aus „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“. Dabei wird Geschichte konsequent auf das subjektive Erleben einzelner Menschen verdichtet, ohne sofort vom bekannten Ende auszu-gehen. Showrunner, Regisseur und Autor Jan Peter: „Wir zeigen das Leben unse-rer Protagonisten, während es geschieht. Ohne fertige Urteile, ohne den oft bes-serwisserischen Blick der Nachgeborenen. Geschichte ist das, was auch uns täg-lich zustößt – mit offenem Ausgang.“

Format mit komplexer Erzählweise
Formal steht das Projekt „18 – Krieg der Träume“ für eine Weiterentwicklung des dokumentarischen Erzählens. Es kombiniert aufwändige fiktionale und dokumen-tarische Elemente und vereint sie zu einer packenden Dramaserie. In ihr werden die Geschichten der Protagonisten vertikal in den einzelnen Folgen und auch ho-rizontal über die ganze Serie hinweg erzählt. So zeichnen die Filme eine Mentali-tätsgeschichte der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Die Frage ist, wie und warum sich im Verlauf dieser einundzwanzig Jahre die Mentalität von Millionen Europäern so veränderte, dass ein neuer Krieg möglich wurde? Produzent Gunnar Dedio begegnet der inhaltlichen Herausforderung mit einer intensiven Zusammenarbeit internationaler Partner: „Indem wir Geschichte transnational er-zählen, erreichen wir einen neuen Blick auf uns, auf Europa hier und heute.“

Ringen um Utopien
„18 – Krieg der Träume“ verharrt nicht nur im Gestern, sondern erzählt von der Entstehung der Welt, in der Europäer heute leben. Vieles von dem, was Men-schen heute selbstverständlich erscheint, ist erst in jenen einundzwanzig Jahren zwischen 1918 und 1939 entstanden, darunter die Demokratie mit allgemeinem Wahlrecht, die Gewaltenteilung und das Recht auf freie Meinungsäußerung. Aber die Demokratie konnte sich erst nach einem langen Wettstreit mit anderen, mäch-tigen Utopien durchsetzen. Vom Krieg dieser Ideologien und Utopien und ihrem Ringen um die Herzen und Köpfe von Millionen von Menschen wird die Serie er-zählen – daher der Titel „Krieg der Träume“ – bzw. seine englische Entsprechung „Clash of Futures“.

Umfangreiches Begleitprogramm
Über die Fernsehausstrahlung hinaus wird es ein multimediales Begleitprogramm geben, wozu die Online-First-Ausstrahlung, Kinopremieren, internationale Buch-veröffentlichungen, Museumsausstellungen, Symposien, ein Theaterstück, ein Webspecial von ARTE und ARD sowie umfassende Social-Media-Aktivitäten ge-hören.  

Besetzung und Stab
Darsteller: Joel Basman („Unter dem Sand“,„Als wir träumten“, „Homeland“), Ro-xane Duran („Das weiße Band“, „Paula“), Rebecka Hemse („Kommissar Beck“), Jan Krauter („Himmel und Hölle“), Michalina Olszanska („Já, Olga Hepnarová“), Natalia Witmer und David Acton (beide: „14 – Tagebücher des Ersten Welt-kriegs“). Showrunner, Autor und Regisseur: Jan Peter. Ko-Autor und Ko-Regisseur: Frédéric Goupil („Les Revenants“, „The Returned“). Unterstützt von den Drehbuchschreibern Camilla Ahlgren (Die Brücke – Transit in den Tod), Jean-Louis Schlesser und der Dramaturgin Eva-Maria Fahmüller. Fachliche Berater: Prof. Daniel Schönpflug und Prof. Johann Chapoutot. Komponist: Laurent Eyquem („USS Indianapolis“, „Rage“), Musik: Filmorchester Babelsberg und Chor der Pra-ger Philharmoniker.

Internationale Produktion und Distribution
„18 – Krieg der Träume“ ist eine europäische Serienproduktion mit internationalen Partnern und Förderern. Eine Ko-Produktion von LOOKSfilm (Gunnar Dedio), Les Films d’Ici (Serge Lalou), IRIS (Nicolas Steil) mit Fortis Imaginatio in Zusammen-arbeit mit ARTE und SWR sowie NDR, WDR, RBB, ORF, CT, SVT, Toute l’histoire, BBC Alba, YLE, NRK, DR, gefördert von MDM, MFG, Creative Europe, CNC und Film Fund Luxembourg. Die dokumentarische Dramaserie ist der Bei-trag von ARTE und ARD zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs.

Gedreht wird in Luxemburg, Frankreich, Belgien und Deutschland.