Der letzte Tanz des Kaisers

Der letzte Tanz des Kaisers

Die Fürstenhochzeit im Berliner Stadtschloss

Europa steht am Abgrund eines Krieges, doch in Berlin wird gefeiert. Zur Hochzeit seiner Tochter lädt Kaiser Wilhelm II. seine Cousins König George V. und Zar Nikolaus II ein. Kann das prächtige Familienfest den Weltenbrand verhindern?

Die szenische Dokumentation wirft einen Blick hinter die Kulissen einer prunkvollen Feierlichkeit. Am 24. Mai 1913 heiratete Viktoria Luise Prinzessin von Preußen den Prinzen Ernst August von Hannover. Die Verbindung ist brisant, denn die Familien von Welfen und Hohenzollern sind bitter verfeindet, seitdem 1866 Preußen das Königreich Hannover annektiert hatte. Zur glanzvollen Vermählung im Berliner Stadtschloss versammelt sich der Hochadel .- zum letzten Mal vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Das Frühjahr 1913, eine Phase höchster politischer Spannungen. Auf dem Balkan tobt ein Krieg um das Erbe des Osmanischen Reiches. Es droht ein militärischer Konflikt zwischen Russland und Österreich-Ungarn, der auch Deutschland, England und Frankreich erfassen würde. Die Zeitungen warnen vor dem Krieg, für den sich die europäischen Großmächte seit Jahren rüsten. Die rührend naive Korrespondenz, in der sich die Vettern Georg V, Wilhelm II und Zar Nikolaus II während der Juli-Krise gegenseitig ihre Friedensliebe versichern, während ihre Diplomaten und Militärs schon die Kriegserklärungen und Truppenmobilmachungen vorbereiten, zeigt nur noch die Machtlosigkeit der gekrönten Staatsoberhäupter. Die Illusion dynastischer Solidarität und Verständigung zerstäubt endgültig im Pulverdampf des Ersten Weltkriegs. „Der letzte Fackeltanz“ ist ein zeitgeschichtliches Dokudrama mit animierten Passagen im Stil der „Rotoskopie“. In Verbindung mit Archivmaterial und Interviews mit Kennern der Zeit lernen wir so die Akteure und Statisten, Strippenzieher und Saboteure einer spektakulären Inszenierung kennen, die auf der Bühne des Stadtschlosses zum letzten Mal den schönen Schein einer zum Untergang verurteilten Welt beschwor.