Deutschland im Kalten Krieg (AT)

Deutschland im Kalten Krieg (AT)

Die Welt in, der wir heute leben, ist in vielerlei Hinsicht geprägt vom jahrzehntelangen Konflikt zwischen Ost und West.

Die Angst vor einem neuen Kalten Krieg, der immer wieder prophezeit wird, bestimmt heute noch die Wahrnehmung der Beziehungen zwischen den USA und Russland. Doch warum sind der Kalte Krieg und die damit verbundenen Ängste heute noch so präsent in unseren Köpfen? Die Antwort ist simpel: Wir haben ihn alle erlebt, es ist unsere Geschichte. Es war ein Krieg unter Einbeziehung aller Mittel, der die Menschheit mehrmals bedrohlich nah an den Rand des Abgrunds geführt hat. Er wurde auf allen Schlachtfeldern ausgetragen – in Politik Militär, Wirtschaft, Kultur, Sport – im Verborgenen, aber auch öffentlich wirksam in den Medien. Seine Feindbilder und Ideologien haben überlebt, genauso wie die Atombomben und konventionellen Waffenarsenale, die Geheimdienste, Propaganda oder Fake News, nicht zuletzt die staatliche Überwachung. Die Welt in, der wir heute leben, ist in vielerlei Hinsicht geprägt vom jahrzehntelangen Konflikt zwischen Ost und West.

Der Kalte Krieg hat das geteilte Deutschland mehr als vier Jahrzehnte lang in besonderem Maße geprägt. Hier verlief die wichtigste Grenze zwischen den beiden militärischen Blöcken und hier drohte der schwelende Konflikt zu eskalieren und damit das gesamte Land zu vernichten.

Wie haben die Menschen in Deutschland diesen Konflikt erlebt?  Wie hat es das Lebensgefühl auf beiden Seiten des Eisernen Vorhanges geprägt? Die dreiteilige Serie „Deutschland im Kalten Krieg“ fragt Verantwortliche in Ost und West, aber vor allem Zeitzeugen aus dem geteilten Deutschland, was zwischen 1947 und 1989 geschah. Wer bluffte nur, wer hatte die Finger wirklich am Abzug, wer waren die Gewinner und wer die Unterlegenen in diesem Machtspiel zwischen Kommunismus und Kapitalismus?

„Deutschland im Kalten Krieg“ präsentiert eine aufregende Reise durch die Rhetorik und Ästhetik der Zeit, angefangen bei den Kino-Wochenschauen, über den Vietnam-Krieg – dem ersten „Wohnzimmer-Krieg“ – bis hin zum Videozeitalter, in dem immer mehr Menschen privat Ereignisse festhalten.  Das Archivmaterial ist kein illustrierendes Beiwerk, sondern Teil der Geschichte. Der Kalte Krieg war ein Kampf um die Köpfe – teilweise extrem, patriotisch und aus tiefster Überzeugung, dann aber auch wieder um Ausgleich und Verständigung bemüht. Dieses Wechselspiel zwischen den verfeindeten Lagern in Ost und West, zwischen Eskalation und Deeskalation, zwischen Geheimdienst, Militär, der Politik und den Medien macht die Geschichte so spannend. Die Medien sind ein entscheidender, mitunter der entscheidende Player im Machtpoker zwischen West und Ost. Die mit dem Kalten Krieg verbundenen Bilder sind Teil unseres kollektiven Gedächtnisses, sie sind mitunter zu Ikonen geworden, wie zum Beispiel der Berliner Mauerspringer, Neil Armstrongs erste Schritte auf dem Mond, der Kniefall Willy Brandts, das „Napalm Mädchen“ aus Vietnam oder der Bruderkuss zwischen Honecker und Breschnew.