Die Wahrheit über den Holocaust

Die Wahrheit über den Holocaust

„Von Auschwitz zu erzählen ist unmöglich. Unser Kopf weigert sich. Wir können den Tod eines Kindes nicht fassen. Wie also sollen wir den Tod von Millionen begreifen? Sechs Millionen Tote?“ (Aharon Appelfeld, israelischer Schriftsteller und Zeitzeuge)

Und doch ist genau das das Anliegen dieser internationalen Ko-Produktion: über den Holocaust zu erzählen. In acht Episoden. Von Anfang bis Ende und darüber hinaus, bis ins Heute. Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 2015 lenkt die 8-teilige Serie den Blick auf das, was wir alle längst zu wissen glauben – und doch nicht fassen können.

Dabei geht es weniger um das Warum als um das Wie. Wie konnte es passieren, dass sechs Millionen Juden vor den Augen der Welt ermordet wurden? Das Wie lenkt den Blick auf die Abläufe. Die Chronologie, der Apparat wird sichtbar, der die Vernichtung ermöglichte. Auch die Mitarbeiter des Apparats, die Täter, rücken in den Blick. Ein Muster wird deutlich, das mit der Verhöhnung und Bedrohung von Juden beginnt und weiter über Diskriminierung und Ausgrenzung zur systematischen Ausplünderung führt, bis es mit Verfolgung, Inhaftierung und Mord endet. Eine wahnsinnige Idee, die mit Kalkül propagiert wird, trifft auf eine Bürokratie, die sie ohne jeden Skrupel umsetzt.

Der Erzählansatz der Serie ist der einer „globalen Mechanik“ des Vernichtungsapparates. Dabei werden die zum Teil durchaus kontroversen Aussagen von über 60 Historikern, Schriftstellern und Zeitzeugen aus Deutschland, Frankreich, Polen, Israel, Großbritannien und den USA miteinander verschnitten – unter ihnen Ian Kershaw, David Cesarani, Christopher Browning, Michael Berenbaum, Peter Longerich, Saul Friedländer, Benjamin Ferencz, Amos Oz, David Grossmann und Georg StefanTroller. Auf diese Weise nähert sich die Serie der Wahrheit über den Holocaust zumindest an.

Verdeutlicht werden die Aussagen der Zeitzeugen und Historiker durch Archivmaterial: Filme und Fotos, manche davon aus unveröffentlichten, privaten Quellen. Hinzu kommen dienstliche und private Dokumente aus der Zeit sowie weltweiter Neudreh: die zurückgelassenen Orte, die Orte der Vernichtung, die Orte eines neuen Lebens und die Orte des Umgangs mit der Geschichte – von Museen und Gedenkstätten bis zu Demonstrationen KZ-Überlebender in Israel für die Anerkennung einer Rente.

Auf eine ergreifende Art und Weise wird in einem vielstimmigen Chor dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte aus einer neuen Perspektive und mit vielen bisher unbekannten und unerzählten Fakten geschildert.