Glashütte

Glashütte

Im Tal der Zeit

Es ist Herbst 2004, als die Geschäftsführer von »Lange & Söhne« den Oskar der Uhrmacherkunst gewinnen – den »Prix Spezial« des Genfer Salons de la Haute Horlogerie. Damit ehren die Genfer Preisrichter stellvertretend eine der Glashütter Uhrenmanufakturen, die in der tiefsten ostdeutschen Provinz Erstaunliches geleistet haben.

Die Uhrenmarke Glashütte ist zurück in der Oberliga, der Name »Glashütte/ Sachsen« steht vierzehn Jahre nach dem Ende der DDR wieder in der Spitzengruppe der Luxuszeitmesser. Die Geschichte der Glashütter Uhrenmanufakturen ist turbulent – seit Gründung Mitte des 19. Jahrhunderts werden zunächst exklusive Taschenuhren, später Armbanduhren in Handarbeit gefertigt bis schließlich die Verstaatlichung zu DDR-Zeiten zur Herstellung anspruchsloser Massenware führt. Erst nach dem Mauerfall können sich die Traditionshäuser wie bspw. »Lange & Söhne« und »Glashütte Original« wieder auf die Fabrikation exklusiver Luxusuhren konzentrieren – eine beispiellose Erfolgsgeschichte »made in Germany« beginnt. Glashütter Uhrenmanufakturen wie bspw. »Lange & Söhne« stellen heute die teuersten und technisch anspruchsvollsten Modelle weltweit her - hoch komplizierte Uhren, die die Grenzen des mechanisch überhaupt Machbaren streifen, zum durchschnittlichen Preis eines Kleinwagens. Es sind Uhren für die Ewigkeit, mit lebenslanger Garantie; perfekte Anachronismen in unserer schnelllebigen, auf unablässigen Konsum orientierten Zeit. Wer die exklusiven Uhren aus Glashütte kauft, ist ein wohl gehütetes Geheimnis der Manufakturen. Sicher ist nur, dass die teuersten Exemplare kaum getragen, sondern eher im Tresor des Besitzers gelagert werden. Im Zentrum des Films steht die Erfolgsgeschichte der Glashütter Uhrenbetriebe – von der sächsischen Provinz in die erste Reihe exklusiver Luxusuhren – auf Augenhöhe mit Cartier und Rolex.