Hitler & Stalin

Hitler & Stalin

Porträt einer Feindschaft

Sie begegneten einander nie und blieben doch dauernd aufeinander fixiert: Hitler und Stalin. Die Todfeindschaft ihrer Systeme riss alles Bestehende aus den Fugen. Sie stiegen auf zu Führern von Diktaturen, die an blutiger Gewalt alles übertrafen, was menschlicher Wille zur Macht bis dahin an Grausamkeit hervorgebracht hatte.

Zum ersten Mal unternimmt ein Dokumentarfilm den Versuch eines Doppelporträts. Der neunzigminütige Filmessay von Ulrich H. Kasten erzählt einen Nahkampf über Tausende von Kilometern hinweg – den die Soldaten beider Armeen vom 22. Juni 1941 an in erschütternder Unmittelbarkeit auf den Schlachtfeldern austragen müssen. Die Kämpfe um Moskau, Leningrad, Stalingrad und Berlin nimmt dieser Film zum Anlass, um dokumentarisches Material in eine überraschende Korrespondenz zueinander zu bringen: als fände ein unmittelbarer Zweikampf statt. Die Erzählweise ist darauf gerichtet, Aktion und Reaktion beider Diktatoren zu einem politpsychologischen Drama zu steigern, dessen Spannung zunimmt und zur Katastrophe treibt. Scheinbar gesichertes Wissen liefert neue Einsichten in alte Fragestellungen: Wie werden Menschen zu Diktatoren? Was machte die Ähnlichkeit und was den Unterschied beider Herrscher und Systeme aus? Wie umlauerten, belogen sie einander? Wie entstand der Molotow-Ribbentrop-Pakt von 1939? Wie vereinbarte sich der brutale Terror und jener fanatische Glaube, der Millionen Menschen ans jeweilige System band? Warum hatte Moskau noch Angst vorm toten Hitler? Wer weinte an Stalins Grab?
Durch Parallelmontage von zum Teil unveröffentlichtem Archivfilm aus internationalen Archiven sowie Gegenwartsaufnahmen an einstigen Originalschauplätzen des historischen Geschehens entsteht - geradezu spielfilmartig - ein bedrängendes Bild: Hitler und Stalin waren entgegengesetzte Pole im Geist, den sie predigten, aber Brüder im Blute, das sie vergossen. Deutschland und die Sowjetunion unter ihrer Herrschaft: personenkultische Parteienstaaten, Terrorregimes, Kommandowirtschaften, Lagersysteme, militärische Supermächte.
Der Film bleibt dicht an den Protagonisten, geht ihrem Programm und ihrer Paranoia nach und blickt erhellend auf Phänomene, die das 20. Jahrhundert erschütterten, total veränderten und bis in unser 21. Jahrhundert nachwirken.