Kap der guten Stimmen

Kap der guten Stimmen

Südafrika im Opernrausch

Was hat es auf sich mit der erstaunlichen südafrikanischen Opernbegeisterung?

In den Townships schmettern Teenager Opernarien, auf Schulhöfen am Rand der Kalahari wetteifern Halbwüchsige im Koloraturgesang: Südafrika im Opernrausch? Das Land am Kap der Guten Hoffnung hat bisher nicht gerade als Opern-Paradies von sich Reden gemacht, dennoch trifft man überall im Land junge Menschen, vor allem Schwarze, die mit klangvollen Stimmen Arien von Mozart und Verdi singen, als gäbe es nichts Selbstverständlicheres. Das ist weit mehr als eine Kuriosität, denn bis in die 1990er Jahre war die Oper in Südafrika allein der weißen Elite vorbehalten. Was also hat es mit dieser erstaunlichen südafrikanischen Opernbegeisterung auf sich?
Dank seiner starken Chortradition verfügt Südafrika über ein enormes Potenzial an hervorragenden Stimmen. Die Cape Town Opera, Afrikas einziges Opernhaus mit ganzjährigem Spielbetrieb, hat dies erkannt. Einmal im Jahr reist deshalb ein Kleinbus mit den besten Nachwuchssängern des Opernhauses durch ganz Südafrika. Die jungen Opernstars sollen Schüler mit ihrem Gesang begeistern und zugleich nach neuen Stimmtalenten Ausschau halten. Die Dokumentation „Kap der guten Stimmen - Südafrika im Opernrausch“ erzählt die Geschichte von dieser abenteuerlichen Reise durch Südafrikas Provinzen, von der Begeisterung junger Südafrikaner für die Operntruppe aus Kapstadt und von der Entdeckung ungeahnter Stimmwunder.
Die tourende Sängertruppe ist so unterschiedlich zusammengesetzt wie die Vielvölkernation Südafrika: Schwarze, Weiße und Coloureds, die südafrikanischen Farbigen. Ihre persönlichen Geschichten sind berührend und oft erschütternd: Viele Schwarze stammen aus den Townships und sind dort in großer Armut aufgewachsen. Die Dokumentation stellt sie als starke, selbstbewusste junge Künstlerpersönlichkeiten vor und liefert überraschende Einblicke in das Lebensgefühl der Post-Apartheid-Generation.