Lichtenhagen

Lichtenhagen

Was geschah vor 20 Jahren

Es waren ganz normale Bürger aus Rostock-Lichtenhagen, die im Sommer 1992 ihrem aufgestauten Hass und Frust Luft machten.

Rostock-Lichtenhagen, ein Neubauviertel aus den 70er Jahren, ist ein ganz normales Wohngebiet. Nach der Wende gibt es hier die gleichen Probleme wie überall im Osten: Arbeitslosigkeit, Jugendkriminalität, Frust. In dieser Lage entscheiden die Behörden, in einem Hochhaus des Viertels die zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber einzurichten.

Bald sind das Heim und die Anwohner mit dem Zustrom an Flüchtlingen überfordert. Trotz vieler Warnsignale tun die Verantwortlichen nichts, um die Lage zu entschärfen: Die Politiker der Stadt Rostock und des Landes Mecklenburg-Vorpommern verzetteln sich im Zuständigkeitsstreit. Die Bundesregierung schürt die Debatte um die Einschränkung des Asylrechts. Und die Polizei ist hoffnungslos überfordert.

So kommt es im August 1992 zur beispiellosen Eskalation: drei Tage und Nächte hindurch attackieren Rechte, Randalierer und normale Bürger das Asylbewerberheim und das benachbarte Wohnheim für vietnamesische Gastarbeiter. Es sind Szenen wie in einem Bürgerkrieg.

Der Film zeigt, wie es über Jahre zu einer angekündigten Katastrophe kommen konnte, weil fahrlässige Politiker und Behörden ihrer Verantwortung nicht nachkommmen konnten oder wollten.