Mein Germany

Mein Germany

US-Soldaten im Trümmerland

Die Geschichte der deutsch-amerikanischen Annäherung aus der Sicht ehemaliger Besatzungssoldaten.

"Offen gesagt hatte ich keine große Sympathie für die Deutschen. Die hatten ja den verdammten Krieg angefangen, nicht wir." Der US-Presseoffizier Gene Mater steht für viele ehemalige GIs, die am Kriegsende nach Deutschland kamen. Für die Amerikaner, die die Deutschen bis dahin nur vom Schlachtfeld und aus der Propaganda kannten, änderte sich die Sichtweise im konkreten Zusammenleben. Sie nahmen eine Aufgabe in Angriff, die es so noch nie gegeben hatte, nämlich die Bevölkerung eines besiegten Landes politisch umzuerziehen, sie wirtschaftlich wieder auf die Beine zu bringen und für ein ganz neues Lebensgefühl zu gewinnen. Tony Vaccaro und andere Besatzungssoldaten schildern in dieser Dokumentation ihre Erlebnisse in Deutschland. Sie erzählen uns vom deutschen Nachkriegselend, vom Misstrauen zwischen Amerikanern und Deutschen, vom Schwarzmarkt und von der Jagd auf versteckte Nazis. Und sie berichten von großen Gefühlen. Die Liebe in den Trümmern: In diesen Tagen ist sie nicht Klischee, sondern tausendfache Wirklichkeit. Daran erinnert sich auch Connie Mac Grath, eine Frankfurterin, die heute in San Diego lebt. Es ist eine deutsch-amerikanische Liebe gegen große Widerstände: Misstrauen von Seiten der Eltern: "man geht nicht mit dem Feind" - und bei den Army-Vorgesetzten ihres Freundes. "In Deutschland wurde ich erwachsen", erzählt Tony Vaccaro: "Ich spürte, ich wachse als Mensch. Deshalb blieb ich dort." Damals ist er ein junger Infanterist mit dem Berufswunsch Fotograf. Immer hat er seine Leica dabei. Und Deutschland nach der Kapitulation wird für ihn zur bewegenden menschlichen und künstlerischen Herausforderung. Tony Vaccaro wird offizieller Fotograf für das US-Hauptquartier in Frankfurt und dokumentiert in Tausenden von Fotos den Alltag im Ruinendeutschland. "Mein Germany - US-Soldaten im Trümmerland"; ist ein filmisches Erinnerungsalbum, das seinen Bogen von den letzten Kämpfen bis zur Berliner Luftbrücke spannt. Der Film führt uns zurück in eine Zeit, in der aus den Trümmern unmerklich etwas Neues entstand.